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1998 - Nach dem heutigen Sturz war das mein letztes Turnier in Illingen
Der Tag war wunderschön. Turnier in Illingen - da gefiel es uns auch immer gut. Ich glaube, wir waren mit 5 Pferden dort und mein Frauchen war wie immer der TT. Das erste Springen lief auch gut, aber irgendwie war Horst heut nicht so gut drauf. Beim zweiten Springen passierte es dann. Horst ritt die 3er Kombi falsch an und ich sprang zu flach ab, mit der Folge, daß ich mich mit Horst in der Kombi überschlug. Horst flog vorn über und landete mitten im Hinternis. Der Reithelm schlug ihm mit der Kante ins Nasenbein und mit der Schulter knallte er auf ne Stange. Als er so da lag, sah er mich auf sich zugeflogen kommen. Er dehte sich noch weg, aber ich fiel ihm voll auf den rechten Fuß. Da lagen wir zwei inmitten von Stangen und Ständern. Ich stand auf und konnte nicht mehr laufen. Ich stand da auf 3 Beinen und bewegte mich nicht. Ich hielt nur Ausschau nach meinem Frauchen. Auf dem Platz war Totenstille, man hätte eine Stecknadel hören können. Der Richter brach das Turnier ab und dann sah ich mein Frauchen. Sie war noch auf dem Abreiteplatz im Einsatz und hat es grad erfahren. Als ich sie sah, humpelte ich auf sie zu, aber es kamen lauter fremde Leute auf mich zugerast, die um mich rumsprangen und mich festhielten. Mein Frauchen versuchte an mich ranzukommen, aber es war ihr nicht möglich. Ich bekam so langsam Panik, da fing sie an zu schreien, daß sie die Besitzerin sei und die Deppen mich endlich in Ruhe lassen sollten. Sie nahm mich am Halfter und führte mich an den Rand des Abreiteplatzes. Alle Einsteller und Reiterkollegen von Schmelz waren sofort zur Stelle und halfen meinem Frauchen. Einer zog mir den Sattel aus, einer die Trense und zog mir ein Halfter über. Ich konnte mittlerweile mein rechtes Vorderbein wieder belasten, aber gehen war nicht drin. Es tat sauweh. Mein Frauchen zog mir die Gamaschen aus und die Rechte war komplett gebrochen. Mittendruch. Wenn ich die nicht angehabt hätte, ich glaub ich hätt mir das Bein gebrochen. Ich fing an zu zittern und zu schwitzen und einer rief den Tierarzt. Ich hatte einen Schock und er mußte mir eine Spritze geben. Was mein Bein anging, war es nur eine starke Prellung und natürlich tat mir alles weh. Horst war verschwunden. Wir dachten noch, der ist auch in Behandlung, da kam er mit dem nächsten Pferd eingeritten. Mein Frauchen war stinksauer und ging mit mir humpelndem, total geschockten und zitterndem Pferd zum LKW. Dort warteten wir auf Horst. Als er kam, sagte sie ihm, daß er mich ab heute nicht mehr fürs Turnier mitbekommt. Ich bin ihr zu wertvoll, als daß sie mich von fremden Leuten auf irgendeinem Turnier kaputtreiten ließ. Sie selbst hat keinerlei Ambitionen jemals ein Turnier mitzugehen und was das reiten angeht, klappt das mittlerweile so gut mit uns zwei, daß es nicht mehr nötig ist. Desweiteren hat er als ihr Reitlehrer und mein Bereiter die Obhutspflicht und die hat er nicht eingehalten, da er nach dem Sturz einfach weitergeritten ist.
Wieder einmal hatte ich ein Riesenglück. Und mein Frauchen hat sich mit Horst dann auch später noch richtig ausgesprochen und sich auch seinen Standpunkt erklären lassen. Er war ja auch in der Zwickmühle. Er mußte ja die Pferde von Herr Müller reiten und den hätt ich nicht erleben wollen, wenn Horst das nicht getan hättte, weil er sich um mich kümmern mußte. Dafür hatten wir dann auch Verständnis und vereinbarten, daß Horst mich noch weitertrainiert, aber ohne Turniereinsatz. Wir reduzierten den Beritt dann von 5x die Woche auf 4x, dann auf 3x, auf 2x und dann ritt mich nur noch mein Frauchen. Was auch wunderbar klappte, bis Horst den Stalle verließ.......
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